Entre les murs
Laurent Cantet, France, 2008o
François est un jeune professeur de français dans un collège difficile. Il n'hésite pas à affronter Esmeralda, Souleymane, Khoumba et les autres dans de stimulantes joutes verbales, comme si la langue elle-même était un véritable enjeu. Mais l'apprentissage de la démocratie peut parfois comporter de vrais risques.
Dieser «kleine Film» von Laurent Cantet (1961-2024), der 2008 überraschend die Goldene Palme in Cannes gewann, ist seither zu einem Klassiker der Darstellung der Schule im Kino geworden. Er basiert auf einem Buch von François Bégaudeau, der auch die Rolle des Lehrers spielt und seine eigenen Erfahrungen als Französischlehrer an einer Pariser Problemschule einbringt. Dabei erreicht er ein rares Mass an Realismus: vorbei die Zeiten, in denen für ihre Rollen zu alte Schauspieler:innen als grobe Schüler:innen-Karrikaturen gekünstelte dramatische Wendungen durchlaufen. Laurent Cantet wählte echte 14-jährige Jugendliche aus und bot ihnen eine langfristige Mitwirkung an. Das Ergebnis zwischen Fiktion und Dokumentation zahlt sich aus: Der Film, der die Erlebnisse einer Klasse im Lauf eines Jahres aufrollt, fesselt sofort. Ein junger Lehrer versucht, 24 Schüler:innen zu motivieren, die sich sonst nur schwer für Sprache, Schreiben und Denken begeistern können. Letztere kommen aus sehr unterschiedlichen Familien und fragen sich meist, was sie an der Schule eigentlich machen. Um sie zur Ordnung zu rufen oder ihnen eine Idee nahezubringen, scheut der Lehrer nicht davor zurück, über das Ziel hinauszuschiessen und riskiert damit auch, aus der Bahn zu geraten. Der Film versetzt uns auf einzigartige Weise in die Zwangsgemeinschaft, die man Klasse nennt, eine Summe von Individuen, Potenzialen und Problemen, die einem manchmal die Haare zu Berge stehen lassen, die aber auch unglaublich anregend sind.
Norbert Creutz
